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Ziele & Selbstverständnis

Wir setzen die kriminellen und profitablen Strukturen, die hinter pornographischen Darstellungen und Gewalt im Internet stecken, nicht auf die Schnelle außer Kraft. Die Aktion "lets netz - wir kicken Männergewalt aus dem Internet" will jedoch informieren, auf die Machenschaften im WWW aufmerksam machen und sich einsetzen für ein frauen- und menschenfreundliches Internet, an Schulen und Arbeitsplätzen, zu Hause und im Alltag.

Was lets netz erreichen will

Die Kampagne unter www.fan2003.de zum Internationalen Frauentag 2003 steht unter dem Motto: "lets netz - Wir kicken Männergewalt aus dem Internet". Hier zumindest einen Beitrag zu leisten, das haben sich Münchner Gleichstellungsstelle und der Verein Kompetenz für Frauen e.V. vorgenommen.

Die Initiative wendet sich gegen Männergewalt im Internet: Websites, die mit sexualisierter Gewalt, Brutalität und Kriminalität gefüllt sind. Ihre Botschaften dringen in den Alltag ein, sie haben das Potential, Sichtweisen und Denkstrukturen zu verändern. Und sie setzen Gewalt frei: Einschränkungen, Beleidigungen, Demütigungen, Drohungen und psychische Gewalt, vor allem gegen Frauen und Kinder.

Für die Herstellung dieser Websites werden nicht virtuelle Konstrukte, sondern reale Frauen, Mädchen und Buben zu sexuellen Handlungen gezwungen, missbraucht, vergewaltigt und sogar - sogar das ist dokumentiert - ermordet. Dabei handelt es sich ökonomisch nicht um Kleinigkeiten: die Darstellung und Darbietung sexualisierter Gewalt an Frauen, an Mädchen, an Buben, Zwangsprostitution und Menschenhandel bringen einen Umsatz, der weltweit nur noch durch den Handel mit illegalen Drogen überboten wird.

Eckpunkte für einen Forderungskatalog

Der Münchner Stadtrat, vertreten durch die Kommission zur Gleichstelung von Frauen, hat Eckpunkte für einen Forderungskatalog einstimmig verabschiedet:

  • Alle diejenigen, die sich an fan2003 beteiligen, sind aufgefordert, konkrete Vorschläge und Initiativen zu entwickeln und dabei auch das persönliche Verhalten kritisch unter die zu Lupe nehmen.
  • In München könnte der bereits bestehende runde Tisch "Aktiv gegen Männergewalt", gemeinsam mit dem Verein Kompetenz e.V. und der Gleichstellungsstelle für Frauen die vorliegenden Eckpunkte diskutieren und weiterentwickeln.
  • Die Frauenkommission des Stadtrats wird im Frühsommer 2003 erneut damit befasst. Dann können auch die ersten Ergebnisse der fan2003-Click-Aktion berücksichtigt werden.

Darum soll es gehen:

  1. die reale und virtuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder gesellschaftlich zu ächten, das Thema zu enttabuisieren und die skandalösen Entwicklungen öffentlich zu machen - lokal, regional und international.
  2. Kompetente Ansprech-/Beschwerdestellen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene einzurichten.
  3. Gewalt gegen Frauen und Kinder einzugrenzen.

Instrumente und Möglichkeiten dazu sind beispielsweise:

  • Ein Verbot der Produktion (national) und des Vertriebs gewaltverherrlichender, bzw. -verharmlosender pornographischer Filme/Videos und Spiele über das Internet.
  • Ein Gesetz zur Haftung für Medienprodukte und für das Internet konzipierte Filme.
  • Die bessere Kontrolle der Gewalt- und Pornographie-"angebote" im Internet durch Schutzsoftware.