Als Netzwerkfahnder im bayerischen Landeskriminalamt
Die Filmemacherin Ulla Berlin hat für www.fan2003.de mit Peter Fasold gesprochen. Er ist Sachgebietsleiter des Sachgebietes Netzwerkfahndung im bayerischen Landeskriminalamt. Zusammengefaßte Auszüge aus diesem Gespräch:
Wie lange existiert diese Abteilung?
Peter Fasold: Das Sachgebiet als eigenständiges Sachgebiet existiert seit 1.Januar 2002, vorher war es eine Arbeitsgruppe, die sich im Jahr 1996 / 1997 gegründet hat.
Wieviele Mitarbeiter haben Sie jetzt?
Peter Fasold: Zur Zeit besteht das Sachgebiet aus insgesamt 9 Mitarbeitern. Davon 6 Kolleginnen und Kollegen, zwei Angestellten und mir.
Und welche Aufgabe haben Sie da konkret?
Peter Fasold: Die Aufgabe ist es, im Internet nach Straftaten zu suchen, zu forschen, eingehenden Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen, zu prüfen, ob es sich um strafbare Handlungen handelt, die im Internet begangen werden, begangen wurden, Beweise zu sichern, um der Täter habhaft zu werden.
Was machen Sie, wenn Sie einen Hinweis bekommen?
Peter Fasold: Es werden die angegebenen Adressen im Internet angesurft und überprüft, ob es sich tatsächlich um strafbare Inhalte handelt. Wir versuchen den Tatort festzustellen, wo die Straftat begangen wurde, sprich, wo die Seite ins Internet eingestellt wurde. Diese Beweise geben wir an die zuständige Kriminalpolizei weiter, die alle weiteren Ermittlungen führt und dann Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.
Wie ist es mit Websites, die vom Ausland eingespeist werden?
Peter Fasold: Dann geht die Beweissicherung über das Bundeskriminalamt und Interpol an das entsprechende Ausland. Oder es wird von hier aus Anzeige bei der hiesigen Staatsanwaltschaft erstattet, die den Vorgang eventuell im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens an das zuständige Land weitergibt. Nicht alles, was in Deutschland Strafgesetzen unterliegt, ist im Ausland strafbar. Wenn die Gesetze und die Rechtsprechung europaweit, weltweit vereinheitlicht werden könnte, hätten die Länder, der Staat, die Polizei natürlich wesentlich mehr Möglichkeiten gezielt vorzugehen als jetzt.
Gibt es bei Ihnen eine Auswertung?
Peter Fasold: Da gibt es Zahlenmaterial von 2001: 4.500 Hinweise, sprich am Tag so 10 bis 15 Hinweiseingänge, davon handelt es sich bei einem verschwindend geringen Teil tatsächlich um konkreten Verdachtsfall. Umgerechnet haben etwa 7 Prozent der eingegangenen Hinweise zu einem konkreten Verdachtsfall geführt, den wir entweder an die Staatsanwaltschaft oder an die örtlich zuständige Polizeidienststelle weiterleiten.
Gibt es denn ein Feedback, was dann weiter passiert?
Peter Fasold: Leider bekommen wir nur in Ausnahmefällen eine Rückmeldung, wenn das Verfahren abgeschlossen ist: ob eine Verurteilung erfolgt ist, oder ob die weiteren Ermittlungen im Sand verlaufen sind, und das Verfahren eingestellt wird.
