Jugend und Medienschutz bei der Kripo München
Christoph Edrich arbeitet im Münchener Kommissariat für Jugend- und Medienschutz und fahndet im Internet. www.fan2003.de hat ihn über die Arbeit befragt.
Wie werden Sie bei Ihrer Arbeit mit Gewalt im Internet konfrontiert?
Christoph Edrich: Unser Kommissariat ist zuständig für sexuellen Mißbrauch von Kindern, exhibitionistische Handlungen und Jugendmedienschutz, bei letzterem bin ich dabei. Unsere Hauptaufgabe im Internet ist die Bekämpfung von Kinderpornografie (§ 184 (3) und (5) Strafgesetzbuch). Wir bekommen Anzeigen von benachbarten Dienststellen, zum Beispiel vom bayerischen Landeskriminalamt. Dort arbeitet die "Netzwerkfahndung" systematisch im Internet, sucht ein-schlägige Newsgroups auf (die entsprechende Bilder austauschen) und ermittelt die Beschuldigten. Wenn sie in München wohnen, bekommen wir die Vorgänge an unsere Dienststelle geschickt, ein Ermittlungsverfahren wird eingeleitet. Auch wenn sich bei anderen Durchsuchungen und Dienststellen ergibt, dass dortige Beschuldigte in Kontakt mit Münchner Beschuldigten stehen, werden wir eingeschaltet. Zum anderen bekom-men wir auch Hinweise aus der Bevölkerung. Häufig rufen Leute bei uns an und sagen, dass sie etwas im Internet entdeckt haben. Das überprüfen wir und werden gegebenenfalls tätig. Ist der Anbieter dieser Seiten nicht in München ansässig, leiten wir den Hinweis weiter ans Landeskriminalamt.
Was können Sie gegen Gewalt im Internet tun?
Christoph Edrich: Wir verfolgen die Anzeigen. Dabei müssen wir unter-scheiden, ob es sich um den tatsächlichen Mißbrauch handelt oder um Besitz und Verbreitung von Schriften und Bildern. An die Hersteller selbst kommt man schwer heran, sie sind meistens auch nicht identisch mit den "Konsumenten" dieser Angebote. Uns ist wichtig, dass die Strafverfolgung präventiv in der Presse publik gemacht wird, um potentielle Kandidaten abzuschrecken.
Welche Unterstützung wünschen Sie sich von außen?
Christoph Edrich: Wer im Internet auf verdächtige Seiten stößt, soll diese Hinweise möglichst zeitnah an uns melden. Aber Vorsicht: Sie sollen das Material auf gar keinen Fall abspeichern und dann auf einer CDRom bei uns vorbeibringen, da machen Sie sich eventuell selber strafbar! Schreiben Sie nur Webadresse und Absender für uns auf und teilen Sie uns mit, was Sie gesehen haben. Kontakt bekommen Sie über die Emailadresse der Münchner Polizei ppmuc@polizei.bayern.deoder des Landeskriminalamtes: baylka@t-online.de. Oder rund um die Uhr über die Telefonnummer 110, die Ihren Anruf an die zuständige Stelle weiterlei-tet.
Die Fragen stellte Susanne Barck
