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Zahlen, Daten & Fakten

Das Internet ist für alle zugänglich, jeder kann ins Netz hineinstellen was er will - und für Strafbares und Illegales bietet das WWW außerdem private und verschlüsselte Winkel. Die Internet-Inhalte ändern sich jeden Moment. Daher sind exakte Zahlen und Angaben über das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen und Kinder im Internet kaum erhältlich - oftmals sind allenfalls seriöse Schätzungen möglich. Die Journalistin Petra Riedel hat für lets netz einiges über die "Spitze des Eisbergs" herausgefunden.

Online-Erotik und -Pornografie

Pornografie ist das einzige Geschäft, das im Netz wirklich eines ist: Mehr als 70 Prozent des gesamten Online-Umsatzes in Europa und den USA werden heute mit Online-Pornografie gemacht, schätzt das Marktforschungsunternehmen Datamonitor.

Die Schätzungen für den Gesamtumsatz mit Online-Erotik und -Pornografie differieren stark: Manche Marktforscher sprechen von bis zu zehn Milliarden Dollar Umsatz weltweit. Andere Branchenkenner halten zwei Milliarden Dollar für eine realistische Zahl.

70 Prozent der Zugriffe auf Sex-Seiten werden werktags zwischen 9 und 17 Uhr verzeichnet, berichtet der amerikanische Porno-Provider SexTracker.

Jeden Tag präsentieren sich im Netz bis zu 20 000 neue Porno-Seiten - die größte Resonanz im europäischen Vergleich haben sie in Deutschland: Ein Drittel aller Surfer vor deutschen PCs klickt regelmäßig Porno-Seiten an, mehr als acht von zehn sind Männer, wie das Internetforschungsunternehmen Netvalue herausgefunden hat.

8,5 Millionen Deutsche haben im Januar 2003 auf Sex- und Porno-Seiten gesurft, rund zwei Drittel von zu Hause aus, hat Nielsen//NetRatings ermittelt.

Ungefähr ein Drittel aller Internet-Seiten enthält dem Filtersystem-Anbieter Cobion zufolge Inhalte mit mehr oder minder offenem Sex-Bezug. Neben Sex- und Porno-Seiten gibt es in der Cobion-Kategorisierung auch "Extrem"-Seiten und Seiten mit illegalen Inhalten, wie den Aufruf zu Hass und Mord, zu Attentaten und zum Bombenbau. Etwa drei Promille der Internet-Seiten offenbaren solche illegalen oder extremen Inhalte, thematisieren die sexuelle Befriedigung durch Kannibalismus, zeigen "Extrempornos" wie den Geschlechtsverkehr zwischen Mensch und Tier.

Kinderpornografie im Internet

Im vergangenen Jahr schlug das BKA zweimal in jeweils weltweit koordinierten Aktionen gegen Verbreiter von Kinderpornografie im Internet zu. In einem Fall wurden die kinderpornografischen Daten über einen privaten und geheimen Raum (Channel) im Internet Relay Chat ausgetauscht. Der Gründer des Channel konnte auf frischer Tat ertappt werden, er hielt sich gerade mit zehn weiteren Personen in diesem verschlüsselten Raum auf. Bei einem Mitglied des Rings wurden zwei Computer mit einer Speicherkapazität von jeweils 40 Gigabyte, 63 CD-Roms mit etwa 200 000 Bilddateien sowie weitere 1000 Videodateien mit Kinderpornografie sichergestellt. Im anderen Fall hatten die Beschuldigten zum Zweck des Tauschs von kinderpornografischen Material Internet-Foren gegründet.

Bei einer weiteren Aktion wurden die Wohnungen von 1400 Personen durchsucht, die im Verdacht stehen, sich gegen Bezahlung Zugang zu kinderpornografischen Internet-Seiten verschafft zu haben. Ausgangspunkt der Durchsuchungen waren Ermittlungen in den USA gegen eine Firma, die den Zugang zu circa 300 kinderpornografischen Web-Sites herstellte. Der Provider erwirtschaftete auf diese Weise etwa 5,5 Millionen Dollar. Das BKA spricht in Bezug auf die kommerzielle Verbreitung von Kinderpornografie von einer "neuen Dimension".

Weitere Zahlen von der Gleichstellungsstelle für Frauen

Noch immer scheint nicht überall verbreitet, dass Frauenrecht Menschenrecht und Menschenrechte auch Frauenrechte sind. Einige Schlaglichter zur Situation - ausserhalb des Internet, zusammengestellt von der Gleichstellungsstelle für Frauen

Flüchtlinge

Laut UNHCR waren 1995 von den weltweit 27 Mio Flüchtlingen 26 Mio Binnenvertriebenen 80%= 42,4 Mio Frauen und Kinder.

Genitalverstümmelung

In zahlreichen Ländern der Erde werden bis nahezu 100 Prozent der Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Auch für in München lebende Mädchen aus diesen Ländern besteht zum Teil Gefahr.

Menschenhandel und Zwangsprositution

1996 wurden vom BKA 1581 Opfer von Verschleppung, Menschenhandel und Zwangsprostitution registriert, Tendenz steigend, Dunkelziffer sehr hoch, Opfer fast 100 Prozent weiblich, Täter zu 80%-90% männlich. Ein Wirtschaftsfaktor so groß wie der Handel mit illegalen Drogen.

Vergewaltigung/sexuelle Nötigung

Bundesweit werden ca. 10 000 Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen angezeigt, in München um 280 (Tendenz: gestiegen, vermutlich aufgrund erhöhter Anzeigebereitschaft) Die Dunkelziffer wird auf das 10 - 20fache geschätzt. Täter sind zu nahe 100% Männer, Opfer zu über 90% Frauen. Die Täter sind zu ca. 25% völlig Fremde, die übrigen sind Verwandte, Bekannte und flüchtig Bekannte.

Sexueller Missbrauch

Je nach Studie macht jedes 4. bis 7.Mädchen Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt in der Kindheit. Die Täter sind zu 96% Männer, stammen häufig aus der Familie oder dem familiären Umfeld. Wieviele Kinder zu kommerziellen Zwecken für pornografische Aufnahmen missbraucht werden, lässt sich nur ahnen.

Häusliche Männergewalt

Jährlich fliehen ca 45 000 Frauen mit ihren Kindern vor der Gewalt ihrer Partner in eines der Frauenhäuser in Deutschland.

Kosten

Allein in München schätzt das Sozialreferat die in seinem Haushalt entstehenden Kosten durch Männergewalt auf 3 Millionen Euro im Jahr.

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