8. März 2002 - Frauenrechte verändern die Welt
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Am internationalen Frauentag 2002 war viel los auf dem Münchner Marienplatz: eine Vielfalt an Frauengruppen aus München und Umgebung präsentierten ein buntes Programm und informierten über ihre Arbeit. Das Motto der Veranstaltung: "Frauenrechte verändern die Welt - für Frieden und Gerechtigkeit."
Ein kurzer Rückblick:
Eine junge Initiative - Bericht aus der fiff
Der letzte große Frauenprotest fand 1994 auf dem Münchner Marienplatz statt - Frauenstreiktag. Doch auch beinahe 10 Jahre später gibt es immer noch genug Anlässe für Frauen, sich zu Wort zu melden. "Wir haben in München dieses Jahr eine junge Initiative ohne ideologischen Rucksack auf die Beine gestellt", sagt Dr. Christa Lippmann, eine der Organisatorinnen des Münchner Frauentags. Wieder formierte sich ein großes Bündnis, diesmal mit 79 Frauengruppen. Mit dabei sind unter anderem die Frauenverbände und Einrichtungen der beiden Kirchen, die Gleichstellungsstelle der Stadt München, der Ausländerbeirat, die DGB-Frauen, Frauenorganisationen aller Parteien sowie die Frauen-Computerschule, das Arbeitsamt München und der Ärztinnenbund. "Man sieht: Die Frauenbewegung ist integrativer denn je, sie kann von konservativ-katholisch bis eher links alle Frauen mit einschließen - und sogar alle Altersgruppen", so Dr. Christa Lippmann.
Das Frauen-Plenum kam erstmals im letzten Oktober zusammen und traf sich etwa einmal im Monat zu einer Sitzung, in der der gemeinsame Arbeitstitel Frauenrechte verändern die Welt - Frieden und Gerechtigkeit! diskutiert und ausgearbeitet wurde. "Die Wahl des Mottos war ausgelöst durch die Terroranschläge in den USA und die Bombenangriffe auf Afghanistan", sagt Dr. Lippmann.
Die Forderungen 2002
Unter dem Motto Frauenrechte verändern die Welt - Frieden und Gerechtigkeit! hat die Münchner Initiative "Internationaler Frauentag 2002" nicht nur die großen weltweiten Themen aufgegriffen, sondern auch einen aktuellen lokalen Forderungenkatalog aufgestellt, dazu zählt:
- Ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft
- Die Einführung von Gleichstellungsbeauftragten in den Betrieben mit Rechten oder eine Beschwerdeinstanz in Betrieben auf Bundesebene wie in den USA
- Keine Männergewalt gegen Frauen sowie die Ergänzung des Polizeiaufgabengesetzes durch eine Befugnisnorm für die Polizei, damit diese bei psychischer oder physischer Gewalt den Gewalttäter aus der Wohnung verweisen kann
- Ganztagsschulen, damit Schulleistungen und soziale Integration besser werden
- Für ein eigenes Aufenthaltsrecht für Migrantinnen ab dem Zeitpunkt der Eheschließung
Die "Initiative Internationaler Frauentag 2002" wurde unterstützt vom Bayerischen Sozialministerium und dem Kulturreferat.

